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Allgäuer Brauchtum gelebt

"Je höher die Berge, desto intensiver ist der Aberglaube", teilte mir von einigen Jahren ein Mann aus dem Rheinland mit. Seine Beobachtung sollte wohl den Umgang der heimischen Allgäuer Bevölkerung mit den Naturgewalten beschreiben. Was Städter und Urlauber als Aberglauben wahrnehmen ist mitunter das Erleben verschiedener Bräuche, die in Süddeutschland und besonders im Allgäu immer noch oder wieder gepflegt und praktiziert werden. Sie gehen auf eine lange Tradtition zurück. Für viele ist nicht nur der Brauch verloren gegangen, sondern auch der Bezug dazu. Als Berglerkind war es für mich selbstverständlich, dass bei einem Unwetter oder Gewitter die "geweihte" Wetterkerze aus dem Herrgottswinkel geholt und entzündet wurde. Wer schon einmal in den Bergen auf einer einsamen Alpe ein Unwetter erlebt hat, weiß was ich meine. Aus der Tradition wussten sich die Bergler verbunden mit einem Gott, der auch um seinen Segen und Schutz angebetet, bzw. angefleht wurde. Dieses Vertrauen war notwendig, um die oft schwierigen Situationen zun meistern. So wurde auch vor dem ersten Viehaustrieb im Frühjahr geräuchert und gebetet und am Ende des Alpsommers das schönste Rind geschmückt ins Tal geführt, wenn der Sommer ohne tödlichen Unfall überstanden war. Natüelich wurde beim Almabtrieb auch mal über die Stränge gehauen, aber das wichtigste dieses Tages war die Dankbarkeit, das anvertraute Vieh heil über den Sommer und abschließend wieder zurück zum Bauern ins Tal zu bringen. Wie weit weg davon ist der alljährlich stattfindende Konsum- und Tourismus-Termin "Viehscheid". 

2021  möchte ich wieder überliefertes Brauchtum aufleben lassen und zum Thema eines Workshops machen:


Donnerstag, 28. Oktober 2021 um 15 Uhr 
Die Tradition des Räucherns im Jahreskreis 

Lass dich berühren und mit hinein nehmen in die Kraft überlieferter Rituale und Bräuche. Herzlich willkommen!

© 2017–2021 Heidi Prinz